Newsletter Q4 2020

Moin Leute,

mit diesem Newsletter wollen wir euch informieren, was in unserem Verein gerade aktuell ist. 

Verein allgemein

Wir sind dabei, unseren Verein als „eingetragener Verein“ anerkennen zu lassen. Zwar sind wir als Verein jetzt auch schon durch die Gründung und die Festlegung einer Satzung als Verein anerkannt. Doch ergeben sich bei einer Eintragung Sicherheiten für die Mitglieder. Tätigt zum Beispiel ein Mitglied eines nicht eingetragenen Vereins ein Rechtsgeschäft, so haftet die Person mit ihrem Privatvermögen. Dies ergibt sich aus §54 BGB. Bei einem eingetragenen Verein hingegen haftet der Verein mit seinem Vereinsvermögen. Dies ist möglich, weil nur ein eigetragener Verein ein Vermögen anhäufen darf. Gleichzeitig bemühen wir uns um die Anerkennung als gemeinnütziger Verein, da wir nicht gewinnorientiert arbeiten. Dies ist in unseren Augen ebenfalls wichtig, da wir unsere finanzielle Situation dem Finanzamt gegenüber offenlegen müssen, dies bei anerkannter Gemeinnützigkeit aber deutlich weniger aufwendig ist. 

Ostfriesische Sprache

Im Oktober haben wir eine Publikation auf unserer Internetseite veröffentlicht, die den Konflikt der Ostfriesischen Sprache mit dem Niederdeutschen, das von der Ostfriesischen Landschaft propagiert wird, thematisiert. In vielen eindrücklichen Beispielen wird klar, wo genau die Schwachstellen des Niederdeutschen sind, wenn es um die Anknüpfung an den friesischen Sprachkern geht. Der Artikel ist lesenswert, da er das Problem genau bestimmt und den Startpunkt unserer Vereinsarbeit markiert. Unser Ziel ist es, dass die Ostfriesische Sprache wieder in den Köpfe der Menschen in Ostfriesland präsent wird und wir uns unserer eigenen Sprache und Herkunft bewusst werden. 

Der Bericht ist hier zu finden: https://www.jungfraeiske-maeinskup.frl/weker-tool-sgrift-dai-ostfraisk-landskup/

Da wir aber nicht nur das Problem aufzeigen, sondern auch eine Lösung anbieten wollen, ist ein Sprachkurs in Vorbereitung. Wann dieser Sprachkurs in Präsenz stattfinden soll, können wir aufgrund der Corona Pandemie noch nicht sagen. Sobald dies aber wieder gefahrlos möglich ist, werden wir konkretere Pläne schmieden können.

Pultstockspringen

Genauso wie das Thema Sprache uns wichtig ist, sind uns gesellschaftliche Aktivitäten, die einen friesischen Ursprung haben, wichtig. Zu diesem Zweck möchten wir ein Pultstockspringen veranstalten. Ursprünglich kommt diese „Sportart“ daher, dass die Menschen in früherer Zeit einen Weg finden mussten, um trocken über die Gräben zu kommen, die die Landschaft durchzogen. In der Provinz Westfriesland besitzt das fierljeppeneine große Popularität und jedes Mal ist es eine Veranstaltung, zu der Menschen zusammenkommen, Spaß haben und die Tradition feiern. Und genau hier liegt das Problem. Durch die aktuelle Corona Pandemie, wie auch beim Sprachkurs, können wir schlecht abschätzen, ob und wann solch eine Veranstaltung möglich ist. Wir bleiben hier am Ball, bzw. am Stock. 

JFM Digital

Seit Oktober ist unsere neue Internetseite https://www.jungfraeiske-maeinskup.frl online. Hier berichten wir über aktuelle Geschehnisse und unsere Aktivitäten. 

Nach der Veröffentlichung des Interfrisian Keyboards (siehe dazu: https://www.jungfraeiske-maeinskup.frl/interfrisian-keyboard/) haben wir uns mit dem Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt und wie wir dies für die Ostfriesische Sprache nutzen können. Dazu haben wir erste Versuche unternommen, eine Art der automatischen Vervollständigung von Sätzen zu entwickeln. Jeder von uns kennt dies, wenn wir bei der populärsten Suchmaschine im Internet einen Suchbegriff eingeben und uns vorgeschlagen wird, wie wir die Suche vervollständigen könnten. Genau diese Funktionalität soll später auch in das Interfrisian Keyboard eingebaut werden. 

Mehr zu diesem Thema unter: https://www.jungfraeiske-maeinskup.frl/kuenstliche-intelligenz-lernt-ostfriesisches-platt/

Ein weiteres Projekt verbindet die Ostfriesische Sprache mit der Geschichte Ostfrieslands. Um Christi Geburt siedelten bereits Friesen im Gebiet der Emsmündung. Hier entstanden friesische Siedlungen wie etwa Jemgum, Ditzum und Petkum. Unser Projekt ist ein digitaler Erlebnispfad, auf dem man Informationen zu diesen geschichtsträchtigen Dörfern per Smartphone abrufen kann, wenn man sich im Ortskern befindet. Wir möchten damit den Menschen die Geschichte der „links- und rechtsseitigen“ Emsdörfern in Ostfriesischer Sprache näherbringen, da die Geschichte und die Sprache miteinander verbunden sind. 

Und wer weiß, was sich hieraus noch ergibt? Hat nicht jeder von uns gerne auf Kindergeburtstagen „Schnitzeljagd“ gespielt? Lasst euch überraschen. 

So viel zum aktuellen Vereinsgeschehen. 

Ich wünsche euch allen einen schönen Herbst.

Bleibt gesund.

Im Namen des Vorstands

Thilo

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